Auflagen der Rechtsprechung

Für die Kaufpreisaufteilung hat die BFH-Rechtsprechung im Wesentlichen drei Grundvoraussetzungen vorgegeben, die das hier bereitgestellte, vereinfachte Berechnungstool erfüllt:

  • Heranziehung und Einhaltung der Vorgaben
    der Verkehrswertdefinition und der ImmoWertV[1]
  • gesonderte Ermittlung der Anteile für die beiden
    Wirtschaftsgüter „Gebäude“ und „Boden“[2]
  • Ungeeignet ist eine sog. Restwertmethode, bei der sich der Gebäudewertanteil ausschließlich aus der Differenz von Kaufpreis und dem darin beinhalteten Bodenwert ergibt.[3]

Begründung:

Kaufpreisaufteilung.de basiert auf einem umgekehrten Ertragswertverfahren mit einer sog. zweigleisigen Vorgehensweise, bei der aus einem notariell vereinbarten Kaufpreis[4] gesondert Boden- und Gebäudeanteile[5] pro Jahr ermittelt und mathematisch korrekt die entsprechenden Verhältnisse abgeleitet werden.

In Teilen der Finanzverwaltung wird die Anwendbarkeit des Ertragswertverfahrens für Kaufpreisaufteilungen bis dato immer noch grundsätzlich kritisch gesehen. Hier bedarf es ggf. einer Aufklärung. Denn diese Skepsis ist gem. den in der BFH-Rechtsprechung tatsächlich vorhandenen Ausführungen zum Ertragswertverfahren unbegründet.

Kaufpreisaufteilung.de empfiehlt daher dem jeweiligen PDF-Ausdruck zusätzlich eine Ausfertigung der Dissertation beizufügen.

1 Siehe BFH-Urteil vom 16. 09. 2015 - IX R 12/14, Institut für Wissen in der Wirtschaft vom 07. 01. 2016 http://www.iww.de/quellenmaterial/id/182815, Rn. 11 in Verbindung mit BFH-Urteil vom 15. 01. 1985 - IX R 81/83, BStBl II 1985, S. 252, Rn. 16, b) und Rn. 17, Satz 1 sowie Jardin „Steuerliche Bewertung“ in Gerardy / Möckel / Troff „Praxis der Grundstückswertermittlung“, Kap. 10.1.3.2, S. 7, Abs. 2

2 Siehe BFH-Urteil vom 19. 12. 1972 - VIII R 124/69, BStBl. II 1973 S. 295, amtlicher Leitsatz sowie Nr. 5 und Nr. 7, Satz 2 und 11

3 Siehe u.a. BFH-Urteil vom 21. 01. 1971 - IV - 123/65, BStBl. II 1971, S. 682, Rn. 18; BFH-Urteil vom 19.12.1972 - VIII R 124/69, BStBl. II 1973, S. 295, Rn. 4 bis 7 ff.

4 Im gewöhnlichen Geschäftsverkehr wird ein großer Teil der Kaufpreise innerhalb einer Spanne von +/- 20 % um den jeweiligen Verkehrswert vereinbart. Daher kann der Kaufpreis gem. den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts als Ausgangsbasis für die Aufteilung in einem steuerlichen Massenbewertungsverfahren und somit auch in einem vereinfachten Berechnungstool verwendet werden, so dass ansonsten erforderliche Verkehrswertermittlungen nur in besonderen Bewertungsfällen notwendig sind.
Siehe Urteil des Bundesverfassungsgerichts; Beschluss des Ersten Senats vom 7. November 2006 - 1 BvL 10/02, Leitsatz 2a und Rn. 137, die gem. den Anforderungen des Gleichheitssatzes aus Art. 3, Abs. 1 GG nicht nur für die Bemessung der Erbschaft- und Schenkungsteuer, sondern auch für den steuerlichen Zweck der Kaufpreisaufteilung maßgebend sein sollten.

5 Kleiber-digital „Verkehrswertermittlung von Grundstücken“, Teil IV, Nr. 2, Abschnitt 3, § 17 Kap. 2.2, Rn. 39 (Stand Oktober 2014)